Wer eine Reise nach Florida unternimmt, kommt am Thema Alligatoren nicht vorbei. Das ging auch mir so, als ich dabei war, meine Reise zu planen. Hatte ich doch vor, in den dortigen Flüssen mit dem Kajak umherzupaddeln und ab und zu auch einmal im Freien zu schwimmen. Da ist es schon wichtig, etwas über diese Tiere zu wissen und die Risiken richtig einschätzen zu können.

Dazu das Wichtigste gleich vorneweg: ja, es gibt in Florida Alligatoren, sehr viele sogar. Da Florida bis heute ein riesiges Seen- und Sumpfgebiet ist, sind sie praktisch allgegenwärtig. Jeder Teich, jeder Bachlauf, jeder Fluss, jeder Kanal, jeder Sumpf und See kann Heimat eines oder mehrerer Alligatoren sein. Hinzu kommt, dass sie auch zu Fuß längere Strecken über Land zurück legen und dabei sogar über Hindernisse wie Zäune oder Mauern klettern können.

Florida Alligator
Alligator und Silberreiher

Der einzige Ort, wo man Alligatoren dagegen mit Sicherheit nicht trifft, ist das offene Meer, denn Alligatoren brauchen Süßwasser. Trifft man trotzdem im Meer etwas, das wie ein Alligator aussieht, dann ist es ein American Crocodile, das nur im äußersten Süden Floridas beheimatet ist und eine spitzere Schauze besitzt als ein Alligator.

Doch zurück zu den Alligatoren. Als Besucher ist es zunächst wichtig zu wissen, dass sich Alligatoren meistens in oder direkt an den Ufern der Gewässer aufhalten. Am Ufer sieht man sie haupsächlich vormittags, wenn sie sich faul über einen alten Baumstamm legen, um ihren massigen Körper in der Sonne aufzuwärmen. Dafür braucht ein Alligator eine ziemlich lange Zeit. Erst dann hat er die nötige Betriebstemperatur, um sich schneller bewegen und im Wasser auf Jagd gehen zu können.

Alligator in den Everglades

Menschen gegenüber sind Alligatoren in der Regel nicht aggressiv. Meist kann man sogar recht nah an sie herankommen, ohne dass sie die geringste Regung zeigen. Erst wenn ihre Sicherheitsdistanz unterschritten ist, ziehen sie es vor, ins nahe Wasser zu gleiten. Werden sie plötzlich aufgeschreckt oder überrascht, springen sie meist mit einem großen Satz ins Wasser, wo sie sich sicher fühlen und im Nu unter der Oberfläche verschwinden. Dennoch ist es gut, das mit dem Näherkommen – speziell für Fotos – nicht zu sehr auszureizen. Schließlich sind es wilde Tiere und als solche unberechenbar.

Extrem vorsichtig sein sollte man dagegen beim Schwimmen in offenen Gewässern. Hier ist der Alligator eindeutig im Vorteil, denn das Wasser ist sein Revier. Dabei sollte man alles, was auch nur annähernd trüb oder sumpfig aussieht, von vornherein komplett meiden. Selbst ausgewiesene Schwimmbereiche mit klarem Wasser, wie man sie beispielsweise bei den Thermalquellen in Central Florida findet, sind nicht immer hunderprozentig sicher. Auch hier kam und kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Daher sollte man die dort aufgestellten Schilder immer ernst nehmen.

Warnschild bei den Wekiwa Springs

Weniger gefährlich als es zunächst scheint, ist dagegen das Paddeln in Flüssen, Bächen und Seen. Auch wenn es zunächst etwas ’spooky‘ erscheint, wenn rechts und links am Ufer oder direkt neben dem Boot im Wasser ein Alligator auftaucht, ist man im Boot relativ sicher – zumindest so lange, wie man sich im Boot befindet. Wie hat mein Guide das bei meiner ersten Kajaktour so schön erklärt: ‚Alligators don’t eat plastic‘. Na dann. 🙂

Alligatoren sehen im Wasser oft aus wie alte Baumstämme

Mein Fazit: Alligatoren sind faszinierende Tiere und es ist unglaublich spannend, sie so zahlreich in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können. Meine anfängliche Angst vor Alligatoren hat sich auch ziemlich schnell gelegt, als ich festgestellt habe, dass Alligatoren im Grunde recht gemütliche und träge Tiere sind, die dem Menschen möglichst aus dem Weg gehen. Allerdings sollte das nicht dazu verleiten, alle Vorsicht außer Acht zu lassen und zu nahe an die Tiere heranzugehen. Meiden sollte man auf jeden Fall die Ufer von Seen, Bächen und Sümpfen, besonders zur Zeit der Morgen- und Abenddämmerung.

Bootsfahrten, auch mit dem Kajak, sind dagegen weitgehend ungefährlich, auch wenn es am Anfang schon ein mulmiges Gefühl ist, wenn ein Alligator, den man eben noch beobachtet hat, plötzlich wie ein U-Boot neben einem abtaucht und verschwindet. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Weitgehend verzichtet habe ich dagegen auf das Schwimmen in offenen Gewässern, auch wenn viele Locals kein Problem damit zu haben scheinen. Mir persönlich war und ist das Risiko einfach zu groß.

Und jetzt eine Frage an euch. Was denkt ihr über Alligatoren? Habt ihr auch schon Erfahrungen mit diesen Tieren gemacht und wenn ja, welche? Schreibt mir einfach dazu unten einen Kommentar.

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