Nachdem ich von meinem kleinen Bungalow in Las Galeras aus schon viele schöne Orte und Strände der Halbinsel Samana erkundet habe, ist mein Ziel heute die etwas abgelegenere Playa Rincon. Allerdings braucht man für den Abstecher dorthin schon ein bisschen Wagemut, denn der letzte Kilometer bis zum Strand besteht nur aus einer holprigen Schlaglochpiste, übersät mit lauter riesigen Steinen. Aber mein Vertrauen in meinen Mietwagen ist vorhanden. Irgendwann werde ich schon da sein. Ich muss mir nur Zeit lassen.

Plötzlich hört die Schlaglochpiste auf und ich bin da, vor mir ein breiter, von großen Palmen gesäumter Strand und eine riesige, fast menschenleere Bucht.

Nachdem ich ausgestiegen und mich etwas umgesehen habe, entdecke ich eine doppelte Fahrspur, die zwischen den Palmen hindurch durch den Sand nach links führt. Irgendetwas muss dort also sein.

Die Fahrspur endet schließlich an einer kleinen Strandbar. Allerdings scheint hier nicht besonders viel los zu sein. Schließlich ist das Wochenende schon vorbei und bei Touristen ist der Strand aufgrund seiner Abgeschiedenheit eher unbekannt. Umso besser. Dann habe ich heute diesen wunderschönen Ort fast für mich allein. Zu essen und zu trinken gibt es auch etwas. Herz, was willst du mehr!

Während ich im Schatten an einem der Holztische sitze und auf meinen café con leche warte, wandert mein Blick hinüber zu den Männern und Frauen, die im Freien sitzen und das Essen vorbereiten. Eine der Frauen sitzt vor einem großen Waschbottich und schält Garnelen, während sie mit ihrer Nachbarin schwatzt, die gerade den großen, gußeisernen Ofen einheizt. Daneben spielen die Kinder. Auf der anderen Seite der Bar, dort unter den Palmen bei dem kleinen See, sitzen ein paar ältere Männer auf umgedrehten Fischerbooten. Auch sie halten ein Schwätzchen.

Als mir mein Kaffee schließlich gebracht wird, frage ich nach den Kajaks, die ich am Ufer entdeckt habe. Ob man die mieten kann. Und was es kostet. Dafür sind die Männer zuständig, lautet die Antwort. Also gehe ich hinüber und frage nach den Booten.

10 Dollar kostet eines und herumfahren kann ich damit, solange ich möchte. Na wenn das kein Angebot ist! Zumal mir der Eigentümer der Boote versichert, dass das hinter dem See tatsächlich ein kleiner Urwaldfluss ist, den man hochpaddeln kann. Que bueno! Was für ein Abenteuer!

Und schon bin ich mittendrin in diesem Dschungel. Über mir ein Blätterdach aus Zweigen und Lianen, durch das die ersten Sonnenstrahlen zu mir herunter dringen. Lautlos gleitet mein Boot übers Wasser, das klarer und durchsichtiger ist als alles, was ich bisher gesehen habe. Es ist, als würde man durch einen Spiegel schauen. Jeden Ast, jeden Zwieg und jeden Stein kann ich unter mir im Wasser erkennen. Und jede Menge kleine Fischchen, die neugierig zu mir heraufschauen.

Immer weiter, immer tiefer folge ich dem Lauf des Caño Frío, gefangen von der Schönheit dieses Ortes, wie Alice im Wunderland. Erst als der Bach immer schmaler wird und große Baumstämme und Äste ein Weiterkommen unmöglich machen, beschließe ich, umzukehren. Dann lasse ich mich von der Strömung langsam zurück treiben, vorbei an den langen Wurzeln der Mangroven, die hier das Ufer befestigen und die unterste Schicht des Regenwaldes bilden.

Mit dem Kajak auf dem Caño Frío

Fast schon etwas wehmütig gebe ich mein Boot zurück, bevor ich wieder zur Strandbar zurückkehre, wo ich mir nach diesem Ausflug ins Paradies noch eine große Platte leckerer Camarones (Garnelen) mit Reis und Knoblauch gönne. Dann lasse ich diesen schönen Tag mit etwas Schwimmen und Relaxen am Strand ausklingen.

Just another day in paradise!

An der Einmündung des Caño Frío ins Meer

Habt ihr die Playa Rincon und den wunderschönen Caño Frío schon besucht oder habt ihr vor, dorthin zu fahren und habt noch Fragen dazu? Dann schreibt mir einfach unten in den Kommentaren.

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