Colorado,  Nordamerika,  USA Südwesten,  Utah

Die besten Klettergebiete im Südwesten der USA

Neben den großen und international bekannten Klettergebieten wie Yosemite, Joshua Tree und Red Rock Canyon gibt es im Südwesten der USA noch viele weitere schöne Klettergebiete, die meist nur den Locals bekannt sind. Auf meinen Reisen durch den Südwesten habe ich unglaublich viele dieser schönen Spots kennengelernt und alle haben die Lust in mir geweckt, irgendwann wieder zu kommen und dort einfach ein paar Tage nur mit Klettern zu verbringen.

Die meisten dieser Klettergebiete liegen auch etwas abseits der touristischen Hauptreiserouten oder an ungeteerten Nebenpisten, so dass sie weit weniger überlaufen sind als die großen Parks. Wer also gerne mit den Leuten vor Ort in Kontakt kommt und entspanntes Klettern in landschaftlich herrlicher Natur bevorzugt, ist hier genau richtig. Viel Spaß beim Entdecken!

Klettergebiet No. 1

Fisher Towers, Utah

Die bis zu 300 Meter hohen Sandsteintürme der Fisher Towers sind für mich das schönste Klettergebiet in den Staaten überhaupt. Eingebettet in eine filmreife Wildwestkulisse liegt dieses Felsengebiet in der Nähe von Moab nicht weit entfernt vom Ufer des Colorado. Unterhalb der Felsen befindet sich ein ebenso schöner Einfachzeltplatz, der meist von Kletterern belegt ist und sich hervorragend als Basecamp eignet. Motels und Restaurants gibt es im nahe gelegenen Moab.

Fisher Towers
Die Fisher Towers in der Nähe von Moab

Die Felsen selbst bestehen genau wie die Felsen im benachbarten Arches Nationalpark aus rotem Sandstein. Man erreicht sie vom Campground über einen offiziellen Trail, von dem dann kleinere Pfade zu den Kletterfelsen abzweigen. Eine Traumroute und ein Klassiker gleichermaßen ist die mit 5.8 bewertete Route Ancient Art, die in 300 Metern Höhe auf der fragilen Spitze eines nach allen Seiten exponierten Felstürmchens endet. Einmal dort oben zu stehen, ist wahrscheinlich der Traum jeden Kletterers! 🙂

Die Kletterroute Ancient Art
Die Kletterroute Ancient Art

Ausführliche Infos zum Klettergebiet Fisher Towers

Klettergebiet No. 2

Moab Desert Towers und Wall Street

In der Umgebung von Moab gibt es neben den Fisher Towers noch viele weitere interessante Klettergebiete, so dass man hier ruhig ein paar Tage länger bleiben sollte. Im Castle Valley nordöstlich von Moab liegen an der La Sal Mountain Loop Road die aus Film und Fernsehen bekannten Desert Towers The Priest, The Nuns und Castleton Tower.

Desert Towers Utah
Moab Desert Towers The Priest, The Nuns und Castleton Tower.

Fährt man von Moab noch Norden und dann nach Westen, erreicht man den Lower Colorado Scenic Byway (Hwy 279), der dem Lauf des Colorado River folgt. Hier kann man direkt am Straßenrand parken und an den dunkelroten Sandsteinwänden der Wall Street klettern. Nach Feierabend treffen sich hier oft die Locals, die tagsüber in Moab arbeiten.

Klettergebiet Wall Street
Die Wall Street am Ufer des Colorado

Ausführliche Infos zu diesen Klettergebieten findet Ihr in meinem Reiseführer Faszination USA Südwesten.

Klettergebiet No. 3

Devils Golfball und Elvis Hammer

Wer mit einem Jeep unterwegs ist (den man sich in Moab leihen kann) und Lust auf einen Abstecher in die Wildnis hat, erreicht von Moab aus noch jede Menge weitere Klettergebiete, von denen ich hier noch zwei besonders schöne Einzelfelsen vorstellen möchte.

Der erste nennt sich Devils Golfball oder Happy Turk und sieht aus, als hätte man eine kleine, mittlere und große Eiscremekugel übereinander gesetzt. Er befindet sich an der Kane Creek Road südlich von Moab und gehört zum Klettergebiet Cirque of the Climbables.

Ausführliche Infos zu Devils Golfball.

Devils Golfball
Dieser Hoodoo hat den Namen Devils Golfball oder Happy Turk

Etwas schwieriger zu erreichen ist Elvis Hammer (auch Olympic Torch genannt), ein etwas über 20 Meter hoher und sehr fotogener Felspfeiler auf der Balanced Rock Mesa am Ende der Sand Flats Recreation Area. Der Weg dorthin führt durch recht unwegsames Gelände. Einen offiziellen Trail gibt es nicht.

Olympic Torch
Der Kletterfels Olympic Torch oder Elvis Hammer
Elvis Hammer
Der mächtige freistehende Hoodoo ist über 20 Meter hoch

Eine ausführliche Trailbeschreibung plus Karte und GPS-Daten findet ihr in meinem Reiseführer Faszination USA Südwesten.

Klettergebiet No. 4

Indian Creek, Utah

Ein weiteres Top Klettergebiet in Utah, das vielen bereits aus spektakulären Klettervideos bekannt sein dürfte, ist das Riss-Klettergebiet Indian Creek im Gebiet der Needles, einem etwas abgeschiedenen Parkbereich des Canyonlands Nationalparks südwestlich von Moab, Utah. Wer hierher kommt, sollte gut mit Friends und Klemmkeilen versorgt sein, denn die Risse müssen alle selbst abgesichert werden. Wer etwas Abwechslung sucht, findet im gleichen Gebiet noch weitere markante Desert Towers wie den Sixshooter Peak. Interessante Kletteroptionen gibt es hier also genug.

Indian Creek
Das Riss-Klettergebiet Indian Creek

Da es im Gebiet der Needles weit und breit kein Motel gibt, übernachtet man am besten auf dem Superbowl Campground, einem landschaftlich sehr schön gelegenen Einfachzeltplatz mit schattenspendenden Cottonwood Trees.

Ausführliche Infos zum Canyonlands Nationalpark.

Klettergebiet No. 5

Black Canyon Nationalpark, Colorado

Einen völlig anderen Charakter haben die Big Walls des Black Canyon of the Gunnison, der längsten und tiefsten Schlucht Colorados. Die fast 700 Meter hohe Painted Wall am North Rim gehört zu den anspruchsvollsten und schwierigsten Kletterrouten der Vereinigten Staaten. Das dunkle, fast schwarze Gestein des Canyons (Gneis und Schist) ist hier mit hellen Adern aus Pegmatit durchzogen, was zu einer interessanten und sehr fotogenen Musterung führt. Unter Kletterern ist diese Gesteinskombination allerdings berühmt-berüchtigt aufgrund ihrer extremen Brüchigkeit. Da der Grund des Black Canyon nicht zugänglich ist, muss man sich hier vor dem Klettern zuerst in mehreren Seillängen von oben abseilen. Dabei sollte man unbedingt die Wettervorhersage beachten, denn speziell bei Sommergewittern sind die Wände extrem blitzschlaggefährdet.

Painted Wall
Die Painted Wall am North Rim des Black Canyon
Painted Wall
Die Painted Wall vom Südrim aus gesehen

Da der North Rim des Black Canyon sehr abgelegen ist, muss man sich vor diesem Abstecher mit allem Notwendigen (Wasser, Lebensmittel, Feuerholz) eindecken. Einzige Übernachtungsmöglichkeit direkt vor Ort ist der North Rim Campground, ein Einfachzeltplatz, an dem es nachts aufgrund der Höhenlage von 2.400 Metern selbst im Hochsommer sehr kalt werden kann. Wer keine Lust hat, zu zelten, kann auch im 15 Meilen entfernten Crawford übernachten.

Ausführliche Infos zum Klettergebiet Black Canyon.

Klettergebiet No. 6

Eleven Mile Canyon, Colorado

Mächtige Granitdome dominieren die Landschaft im Eleven Mile Canyon westlich von Colorado Springs. Die recht anspruchsvollen und durchweg selbst abzusichernden Trad Climbing Routen befinden sich hinteren Teil des Canyons, in dem es auch mehrere schöne Einfachzeltplätze gibt. Daneben ist das Tal auch bei Sportanglern beliebt, die im South Platte River nach Forellen fischen.

Trad Climbing im Eleven Mile Canyon
Mächtige Granitdome

Ausführliche Infos zum Eleven Mile Canyon findet ihr in meinem Reiseführer Faszination USA Südwesten.

Klettergebiet No. 7

Hueco Tanks, Texas

Mit seiner riesigen Ansammlung bizarr erodierter und durchlöcherter Felsblöcke ist das Gebiet der Hueco Tanks vor allem in den Wintermonaten von Oktober bis März ein beliebter Treffpunkt für ambitionierte Boulderer aus aller Welt. Höhepunkt ist das jährlich Mitte Februar stattfindende Hueco Tank Rock Rodeo, ein seit den 1980er Jahren stattfindendes Kletter-Event, das sich inzwischen zum größten Boulderfestival der USA gemausert hat.

Hueco Tanks
Die Hueco Tanks östlich von El Paso, Texas

Die dunkelbraunen Felsen der Hueco Tanks bestehen aus geschmolzenem Lavagestein eines unterirdischen Vulkans. Die Oberfläche ist angenehm rau, griffig und mit kleinen Löchern durchsetzt wie ein Schweizer Käse. Daneben findet man oben auf den Felsplateaus überall große runde Wasserlöcher (span. huecos). Daher stammt auch der Name für dieses Gebiet.

Bouldern in den Hueco Tanks
Bouldern in den Hueco Tanks

Frei für Besucher zugänglich ist nur der Nordteil des Parks (der sogenannte North Mountain). Um die Anzahl der Besucher in Grenzen zu halten, gilt hier allerdings ein Besucherlimit von 70 Personen pro Tag, das insbesondere in den Wintermonaten (Nov.-März) und an den Wochenenden schnell erreicht ist.

Wer die übrigen Gebiete des Parks besuchen oder dort klettern möchte, muss sich einer von drei möglichen geführten Touren anschließen, für die man sich telefonisch spätestens eine Woche im Voraus anmelden muss. Übernachten kann man entweder auf dem Campground des State Park oder in El Paso.

Ausführliche Infos zu den Hueco Tanks findet ihr in meinem Reiseführer Faszination USA Südwesten.

Klettergebiet No. 8

Granite Dells, Arizona

Die Granite Dells sind ein malerisches Felsengebiet rund um den Watson Lake in der Nähe von Prescott, Arizona. Schöne Kletterrouten findet man entweder bei den Felsen direkt am See (Recreation Area, daher wird Eintritt verlangt) oder etwas weiter nördlich davon an der Granite Dell Road (hier ist das Parken kostenlos). Neben vielen Trad Climbing Routen (High Rappel Area) gibt es am Nordufer des Watson Lake auch neuere, gut mit Bohrhaken abgesicherte Sportkletterrouten.

Klettergebiet an der Granite Dell Road

Klettergebiet No. 9

Maple Canyon, Utah

Maple Canyon ist ein international bekanntes Sportklettergebiet südlich von Salt Lake City, Utah, das mit einem Slot Canyon, einer großen Halbhöhle und einem ungewöhnlichen Konglomeratgestein aus riesigen runden Kieseln gleich mehrere Highlights zu bieten hat.

Maple Canyon Pipe Dream Cave
Pipe Dream Cave im Maple Canyon

Im Maple Canyon findet man eine große Vielfalt meist schwerer und anspruchsvoller Sportkletterrouten. Zu den Hauptattraktionen gehören der Box Canyon und die Pipe Dream Cave am oberen Ende des Right Fork Canyon. Der Zustieg erfolgt über den Right Fork Trail, der bei Campsite #15 des Campgrounds beginnt. In der Pipe Dream Cave, die nur früh am Morgen etwas Sonnenlicht erhält und dann die meiste Zeit des Tages im Schatten liegt, gibt es sehr viele überhängende, schwere Routen, die aber sehr gut mit Bohrhaken abgesichert sind (Schwierigkeitsgrad 5.11 bis 5.13).

Maple Canyon Climbing
Überhängende Kletterrouten in der Pipe Dream Cave

Ausführliche Infos zum Maple Canyon und Box Canyon.

Meine Website Empfehlungen

Sehr detaillierte Beschreibungen zu allen Klettergebieten und Routen im Südwesten der USA findet ihr auf folgenden Webseiten

https://www.mountainproject.com/

https://www.summitpost.org